Maison
Ein Name aus der Kreide.

Maison
Ein Name aus der Kreide.
Es begann mit einem Buch.
Ein Sommerabend in Épernay, drei Stunden mit dem TGV aus Paris, ein Antiquariat in einer Seitenstraße zur Avenue de Champagne. Auf dem Tisch lag ein Quartband in beigem Leinen, der Rücken brüchig, das Datum auf der Titelseite: Reims, 1903. Eine Untersuchung der Champagner-Häuser, ihrer Gründungen, ihrer Verschmelzungen, ihrer Konkurse.
Im hinteren Drittel eine Tafel. Zwölf Namen, fein gestochen, geordnet nach dem Jahr 1834. Zwölf Maisons, die sich im Mai jenes Jahres trafen, um die méthode champenoise gegen Plagiate aus Sachsen, dem Piemont und dem Krimland zu verteidigen, gemeinsame Vermarktungsstandards zu beschließen und die Champagne als geographische Herkunft erstmals international durchzusetzen.
Elf dieser Namen waren mir vertraut. Sie stehen heute auf den Karten der Drei-Sterne-Häuser zwischen Tokio und São Paulo.
Einen kannte ich nicht.
Lecureux & Cie.
Die elf, die geblieben sind
Wir nennen sie hier nicht. Wer die Champagne kennt, kennt sie. Ihre Etiketten stehen in den Vitrinen der Hotels, ihre Namen stehen auf den Champagner-Karten der Welt. Sie sind das, was die Champagne ist.
