III · 1898 – 1909 · Bischwiller
Der Brief aus Bischwiller
Eine alte elsässische Familie schickte ihren Brief in die Kreide.
Ende des 19. Jahrhunderts knüpfte das Haus eine Verbindung, die es bis ans Ende seiner ersten Geschichte begleiten sollte: ein Brief aus Bischwiller, vom Norden des Elsaß.
Bischwiller liegt zwanzig Kilometer nördlich von Straßburg, eine kleine Textilstadt mit einer jüdischen Gemeinde, die ihre Synagoge 1838 wiederaufgebaut hatte. Die Familie, die diesen Brief schickte, gehörte zur alten Alsace-Lothringer Diaspora.
Was zwischen den beiden Häusern entstand, war keine Heirat im juristischen Sinn und keine Geschäftsverbindung im kommerziellen — es war eine Korrespondenz, die durch zwei Generationen hindurch reichte und den Ersten Weltkrieg überstand.
Briefe können dauern. Die Häuser, die sie geschrieben haben, nicht immer.
